Forschungsseminar: Konflikt, Eskalation und Konfliktbewältigung

In der Projektgruppe Friedensforschung Konstanz besteht die Möglichkeit zur Anfertigung psychologischer Diplom-, Bachelor- und Masterarbeiten sowie Dissertationen mit friedenswissenschaftlicher Thematik. Die Arbeitsschwerpunkte der Projektgruppe liegen auf den Gebieten der Konfliktkommunikation (Funktionsweise und Einfluß der Massenmedien auf Konfliktwahrnehmung, Eskalation und Konfliktbewältigung) und der konstruktiven Konfliktbearbeitung (Konfliktanalyse, Konfliktvermittlung und Mediation).

Um sicherzustellen, daß die geplante Studienabschlussarbeit im Rahmen der durch die Prüfungsordnung vorgegebenen Zeitbeschränkung erfolgreich bewältigt werden kann, sollten Studierende, welche ihre Diplom- Bachelor- oder Masterarbeit im Rahmen des friedenspsychologischen Forschungsschwerpunktes der Arbeitsgruppe anfertigen wollen, bereits in den beiden Semestern vor Anmeldung zur letzten Prüfung an dem Forschungsseminar teilnehmen und das erste Semester zur Einarbeitung in Thematik, Methodik und Forschungsstand der Projektgruppe nutzen und auf dieser Grundlage eine Themenstellung für ihre Arbeit finden. Während des zweiten Semesters sollte diese Themenstellung dann in einen konkreten Untersuchungsplan übersetzt werden, der im Seminar zur Diskussion zu stellen ist.

Semesterplan: Wintersemester Sommersemester

Blockkurs: Item-Response-Modelle in Fragebogenkonstruktion und Inhaltsanalyse - Eine computergestützte Einführung

Item-Response Modelle sind statistische Modelle zur empirisch fundierten Klassifikation von Vpn. Je nachdem, ob man dabei von einer quantitativen (z.B. Symptomstärke) oder einer qualitativen latenten Variable ausgeht (z.B. Syndrome), unterscheidet man innerhalb der Item-Response Theorie zwischen Latent-Trait und Latent-Class Modellen.
Unter den Latent-Trait Modellen ist das sog. Rasch-Modell (RM) von besonderem Interesse. Wie man zeigen kann, ist die Klassifikation der Vpn auf Grundlage von Summenscores nur dann gerechtfertigt, wenn die Modellannahmen des RM empirisch erfüllt sind. Andererseits ist das RM jedoch ein sehr restriktives Modell, weshalb Summenscores oft auch dann verwendet werden, wenn dies nicht der Fall ist. In dem Kurs werden wir uns mit dem RM daher nur so weit beschäftigen, als es um Modellgeltungstests und die Berechnung eines Relevanzmaßes geht, welches den Informationsverlust quantifiziert, der mit der Anwendung des Summencores einhergeht.
Der Schwerpunkt des Kurses liegt jedoch auf der Latent-Class-Analyse (LCA), welche die Klassifikation der Vpn nicht nur auf den Summenscore, sondern auf die Antwortmuster der Probanden stützt. Im Vergleich zum RM ist die LCA daher weit weniger restriktiv (das RM ist ein Spezialfall der LCA). Im Zentrum des Kurses, der nur minimale statistische Voraussetzungen trifft, werden daher die Geltungsprüfung von LCA-Modellen sowie die Schätzung, Interpretation und Weiterverarbeitung der Modellparameter der LCA stehen.
Teilnehmer müssen zu dem Kurs ihren eigenen Laptop mit bringen, auf dem die folgenden Programme installiert sein sollten: * Microsoft Excel (Open Office kann leider nicht alles, was wir brauchen)* Microsoft Word.
Zur Vorbereitung auf den Kurs erhalten die Teilnehmer vorab Computerprogramme zur Berechnung von RM und LCA, die vor Kursbeginn auf den Laptops der Teilnehmer zu installieren sind, sowie Beispieldatensätze und weitere Excel-Files, die zur Darstellung und Weiterverarbeitung der Analyseergebnisse benötigt werden.

Literaturempfehlungen:
Baros, W. & Kempf, W. (2015). Zur Integration quantitativer und qualitativer Verfahren mittels Latent-Class-Analyse. In: Baros, W. & Kempf, W. (Hrsg.). Erkenntnisinteressen, Methodologie und Methoden interkultureller Bildungsforschung. Berlin: verlag irena regener, 253-270.
Kempf, W. (2015). Quantifizierung qualitativer Daten. In: Baros, W. & Kempf, W. (Hrsg.). Erkenntnisinteressen, Methodologie und Methoden interkultureller Bildungsforschung. Berlin: verlag irena regener, 234-252.

Programme, Beispieldatensätze etc: hier downloaden

Proseminar: Praxis der qualitativen Sozialforschung – Subjektwissenschaftliche Empirie

Aufbauend auf die Vermittlung der wissenschaftstheoretischen Grundlagen subjektwissenschaftlicher Sozialforschung befasst sich das Proseminar mit der Analyse von Texten im weitesten Sinne und zielt auf die methodologische Fundierung und praktische Einübung eines Methodenspektrums ab, das von Textinterpretation über quantitative und qualitative Inhaltsanalyse bis zur Analyse von geschlossenen Fragebogen reicht.
Unter Anwendung moderner Item-Response-Modelle wird die Diskrepanz zwischen interner und externer Validität empirischer Studien aufgelöst, das Verhältnis von quantitativen und qualitativen Analysemethoden neu bestimmt und die gebräuchliche Trennung zwischen qualitativer Voruntersuchung und quantitativer Hauptuntersuchung zugunsten eines hermeneutischen Zirkels aufgelöst wird, der von qualitativen über quantitative wieder zurück zu qualitativen Analyseschritten verläuft.
Die behandelten Themen sind im Einzelnen:

Literaturempfehlungen:
Kempf, W. (2008). Textinterpretation und Inhaltsanalyse. In: Forschungsmethoden der Psychologie. Zwischen naturwissenschaftlichem Experiment und sozialpsychologischer Hermeneutik. Bd II: Quantität und Qualität. Berlin: verlag irena regener, 15-135.

Arbeitsmaterialien: hier downloaden

Download der Folien:

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